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Als Familie engagieren: Freiwilligenarbeit mit Kind

Anastasia Johlen am 12.11.2021
ca. 1592 Worte
ungefähre Lesezeit 5 Minuten 47 Sekunden
Als Familie engagieren: Freiwilligenarbeit mit Kind
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Inhalt:
  1. Warum Freiwilligenarbeit mit eigenem Kind?
  2. Als Familie helfen: Generationsübergreifende Projekte
  3. Freiwilligenarbeit als Familie: Sozialbewusstsein des Nachwuchs fördern
  4. Kinder engagieren sich für andere
  5. Toleranz und Offenheit durch Engagement im Ausland
  6. Voraussetzung für eine Freiwilligenarbeit mit Kindern im Ausland
    1. Mindestaufenthaltsdauer für soziale Projekte
    2. Aufenthaltsdauer bei Projekten mit hilfsbedürftigen Kindern
    3. Höchstalter für Freiwilligenarbeit
  7. Bereiten Sie Ihr Kind auf das Land und Hilfsprojekt vor
  8. Welche Möglichkeiten gibt es für Familien?
    1. Auslandsaufenthalt als Familie
  9. Alternativen zur Freiwilligenarbeit mit eigenem Kind

Träumen Sie davon im Ausland zu helfen, sich zu engagieren? Haben Sie bereits eine Familie oder ein Kind und fühlen sich dadurch gebremst? Keine Sorge, auch mit Familie können Sie sich im Ausland engagieren und zum Beispiel Freiwilligenarbeit leisten. Viele Organisationen bieten die Möglichkeit der gemeinsamen Freiwilligenarbeit als Familie an, sowohl im Ausland als auch im eigenen Land. Die Freiwilligenarbeit mit Kind bietet einige Vorteile und ermöglicht Eltern, trotz oder gerade wegen ihrer Kinder, sich zu engagieren.

Warum Freiwilligenarbeit mit eigenem Kind?

Freiwilligenarbeit, Work and Travel, Volontär oder als Mitarbeiter in einem Workcamp: es gibt verschiedene Möglichkeiten sich im Ausland zu engagieren und dabei Land und Kultur kennenzulernen. Aber nicht nur in anderen Ländern werden freiwillige Helfer für verschiedene Projekte gesucht, auch hierzulande gibt es viele Anlaufstellen für engagierte Mitmenschen.

Helfen und dabei fremde Länder und Kulturen kennenlernen: diese Möglichkeit sollte nicht nur nach dem Schulabschluss, vor dem Studium oder als junger Erwachsener bestehen- immerhin möchten sich immer mehr Menschen für andere einsetzen. Eine Familie darf da doch kein Hindernis sein, oder?

Richtig, und deshalb gibt es immer mehr Hilfsorganisationen, die Ihre Programme auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern richten.

Es sollte jedem Menschen in allen Lebenslagen möglich sein ein Volunteering-Angebot anzutreten, ob mit Kind als Familie, alleine oder mit Freunden. So haben auch Eltern die Chance sich mit Kind(ern) für ein Hilfsprogramm zu melden, weltweit steigt das Angebot für Freiwilligenarbeit mit Familie.

Eine Reise ins Ausland sowie ein längerer Aufenthalt ist mit hohem Aufwand und einer sehr guten Planung verbunden, mit Kind erfordert es eine noch genauere Planung.

Als Familie helfen: Generationsübergreifende Projekte

Einige Organisationen im Ausland gehen über ein kindliches Angebot hinaus und bieten Freiwilligenarbeit für die ganze Familie an. Dadurch sind mehrere Generationen an dem Projekt beteiligt, wodurch es neben der Erfahrung jedes einzelnen Familienmitglieds, zu einem gemeinsamen Erlebnis wird.

Immer mehr Hilfsorganisationen erkennen die Vorteile der generationsübergreifenden Freiwilligenarbeit und passen ihre Projekte an die Bedürfnisse von Familien an.

Arbeitet die ganze Familie zusammen an einem Projekt, können Sie als Eltern und gegebenenfalls Großeltern mit gutem Beispiel vorangehen. Gemeinsam werden die familiären Wertvorstellungen gestärkt, aber auch gemeinsame Erinnerungen der besonderen Art geschaffen. Wer kann schon von sich behaupten, als Familie Freiwilligenarbeit geleistet zu haben?

Abseits vom üblichen Alltag entdecken Sie vielleicht ganz neue Seiten voneinander, stärken Ihre Familienbande und leisten gleichzeitig gemeinschaftlich nützliche Arbeit. Die gemeinsame Arbeit an einem Projekt wird Ihrer Familie gut tun und eine bewusste Auszeit vom Alltag sein. Nutzen Sie diese zum Zeit miteinander verbringen und gleichzeitig Zeit für andere investieren.

Freiwilligenarbeit als Familie: Sozialbewusstsein des Nachwuchs fördern

Studien haben gezeigt, dass das freiwillige Engagement im Jugendalter das Engagement als Erwachsener stark beeinflusst. Lernen Kinder und Jugendliche sich sozial einzusetzen und freiwillig zu helfen, werden sie dieses Engagement auch im Erwachsenenalter weiterführen. Deshalb ist eine gemeinsame Freiwilligenarbeit als Familie sehr sinnvoll und wird Ihre Kinder langfristig positiv prägen. Durch das gemeinsame Helfen stärken Eltern das Sozialbewusstsein ihrer Kinder enorm, zusätzlich werden ihnen wichtige Werte vermittelt.

Kinder engagieren sich für andere

Viele Kinder verspüren generell den Drang zu helfen und sich einzubringen, weshalb Freiwilligenarbeit als Familie eine hervorragende Lösung ist. Schon die Kleinsten können dadurch lernen, wie wichtig gegenseitige Unterstützung ist. Gemeinschaftliches Engagement wird in Zukunft wohl immer wichtiger, denn die jüngeren Generationen wachsen in einer ganz anderen Welt auf. Natur- und Tierschutz, Umweltschutz und die Klima-Krise spielen bereits für die Jüngsten eine enorme Rolle.

Sicherlich sind nicht alle Projekte für Kinder geeignet, weshalb Sie als Eltern gezielt nach passenden Angeboten für Familien suchen sollten. Weiterhin sollten Sie das Gastland bewusst wählen, manche Länder eigenen sich besser für Familien als andere. Welches Projekt für Sie als Familie passt, hängt auch vom Alter Ihres Kinder oder Ihrer Kinder ab.

Toleranz und Offenheit durch Engagement im Ausland

Insbesondere, wenn Sie sich als Familie im Ausland engagieren möchten, wird ihr Kind einen großen Perspektivwechsel erleben. Es verlässt sein gewohntes Umfeld, ähnlich wie im Urlaub, jedoch mit einer ganz anderen Intention der Reise. Ihr Kind geht aus seiner Komfortzone heraus, schaut über den eigenen Tellerrand, dadurch werden Vorurteile abgelegt. Durch den Kontakt mit fremden Kulturen und Bräuche, wird die Toleranz und Offenheit Ihres Kindes gestärkt. Besonders im jungen Alter kann diese Erfahrung sehr stark prägen, immerhin wird es mit einer ganz anderen und bisher fremden Welt konfrontiert.

Auch in Anbetracht der Probleme und Herausforderungen in anderen Ländern, wird Ihr Kind einen ganz neuen Blick auf sein eigenes Leben haben. Je nach Alter sollten Sie Ihr Kind entsprechend auf diese anderen Lebensweisen und Umstände vor Ort vorbereiten.

Voraussetzung für eine Freiwilligenarbeit mit Kindern im Ausland

Wie vor allen Reisen ins Ausland müssen Sie sich über Reisedokumente, Anträge, Visum, Unterkunft, An-und Abreise, Aufenthalt und medizinische Vorsorgen informieren. Erkundigen Sie sich bitte, welche (gesundheitlichen) Risiken es im Zielland gibt und welche Impfungen vor der Reise anfallen. Weiterhin gilt es vor Antritt eines Hilfsprojektes einige Dinge zu beachten, jedes Projekt hat bestimmte Ansprüche und Voraussetzung an die freiwilligen Helfer.

Mindestaufenthaltsdauer für soziale Projekte

Beachten Sie bitte, dass es für viele Projekte eine Mindestaufenthaltsdauer gibt, die sich je nach Arbeit und Organisation unterscheidet. Generell ist aber klar, dass längere Aufenthalte sinnvoller sind, als kurze.

Schließlich möchten Sie etwas verändern, helfen und bewegen. Die ersten Tage werden Sie sich vor Ort wohl erstmal einfinden und in Ihre Tätigkeiten eingearbeitet werden. Viele Hilfsprojekte wünschen sich eine Aufenthaltsdauer von minimal 4 Wochen, insbesondere bei einer langen Anreise, sollte es sich für Sie auch lohnen. Je nach Ihren Möglichkeiten sollten Sie nicht nur ein Projekt gezielt auswählen, sondern auch das Land und hierbei die Reisedauer sowie Zeitumstellungen nicht außer Acht lassen.

Entsprechend der Projektdauer müssen Sie für alle Familienmitglieder prüfen, ob die Dauer umsetzbar ist. Sie wissen am besten, was für Ihre Familie in Frage kommt und was nicht.

Aufenthaltsdauer bei Projekten mit hilfsbedürftigen Kindern

Möchten Sie mit Kindern etwa in einem Waisenhaus arbeiten, beträgt die Mindestaufenthaltsdauer sechs Monate. Bei solchen Projekten hat die Aufenthaltsdauer eine wichtige Bedeutung, immerhin sind Sie Vertrauens- und Bezugsperson für diese Kinder.

Emotionale Bindungen brauchen Zeit und können nicht in wenigen Wochen oder Tagen aufgebaut werden. Aus diesem Grund können Sie als freiwilliger Helfer auch nicht nach wenigen Wochen einfach so verschwinden, das würde bei den oft traumatisierten Kindern einen erheblichen Schaden anrichten. Wenn Sie den Kindern wirklich helfen möchten, sollten Sie sich so viel Zeit wie nur möglich nehmen. Ob das mit Ihrem eigenen Familienleben realisierbar, können Sie am besten entscheiden.

Höchstalter für Freiwilligenarbeit

Beachten Sie bei den verschiedenen Projekten die Altersgrenzen, oft liegen diese bei 16-18 Jahren. Junge Erwachsene, die das 18. Lebensjahr nicht vollendet haben, dürfen oft ohne das Einverständnis ihrer Eltern keine Tätigkeit ausführen.

Ausnahmen sind in der Regel Hilfsprojekte als Familie, das Höchstalter ist dort häufig aus Gründen des Kinderschutzes angeführt.

Deshalb sollten Sie als Familie nach speziellen Projekten für Familien suchen. Sind Sie sich bei dem Alter und den Voraussetzungen für das ausgewählte Projekt unsicher, erkundigen Sie sich am besten direkt bei der Organisation.

Bereiten Sie Ihr Kind auf das Land und Hilfsprojekt vor

Bevor Sie ein Projekt im Ausland als Familie unterstützen, sollten Sie Ihr Kind auf die Zeit vor Ort vorbereiten.

  • An was für einem Projekt nimmt die Familie teil?
  • In welchem Land ?
  • Wem helfen sie mit dem Projekt?
  • Wie lange wird die Familie vor Ort sein?
  • Was ist in dem Land anders als hierzulande?
  • Gibt es besondere Gefahren oder Umstände?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Projekt, das Land und die Menschen. Je nach Alter des Kindes kommen da verschiedene Möglichkeiten in Frage: jüngere Kinder können das Land in einem Kinder-Reise-Atlas erkunden oder sich Videos im Internet dazu anschauen. Erklären Sie Ihrem Kind/ ihren Kindern, was sich gegebenenfalls von Ihrer Heimat unterscheidet, sprechen Sie über die Kultur, Essen und fremde Tiere. Das weckt die Neugierde und das Interesse. Gleichzeitig können sich Ihre Kinder auf die neue und fremde Situation einstellen und sind vorbereitet.

Vergessen Sie nicht, dass Sie gemeinsam als Familie das Projekt antreten, deshalb ist es auch wichtig, dass die Familie gemeinsam entscheidet, ob die Hilfsarbeit euch allen zusagt.

Welche Möglichkeiten gibt es für Familien?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihren Aufenthalt als Familie in anderen Ländern gestalten. Abhängig ist die Gestaltung Ihrer Reise als Familie davon, was Sie für eine Intention haben und mit Ihrem Aufenthalt erreichen möchten. Zusätzlich kommt es auch auf die Dauer und das Alter des Kindes an. Es gibt sicherlich das passende Angebot für Ihre ganz persönlichen Wünsche und Vorstellungen.

  • Möchten Sie im Ausland für Bezahlung arbeiten?
  • Möchten Sie im Ausland freiwillig arbeiten?
  • Soll Ihr Kind am Projekt beteiligt sein?
  • Soll Ihr Kind nur mitreisen aber nicht am Projekt teilnehmen?
  • Muss Ihr Kind vor Ort betreut werden?
  • Steht das Reisen oder Arbeiten im Vordergrund?
  • Geht Ihr Kind vor Ort zur Schule?
  • Was ist Ihnen wichtig?

Auslandsaufenthalt als Familie

  • Work and Travel
  • Farmarbeit
  • Freiwilligenarbeit
  • Workcamps
  • Sprachreisen
  • Auslandsstudium
  • Sabbathjahr

Alternativen zur Freiwilligenarbeit mit eigenem Kind

Nicht jede Familie fühlt sich den Herausforderungen der Freiwilligenarbeit gewachsen und dennoch wünscht sie sich einen kulturellen Austausch als Familie, abseits von den typischen Tourismuszielen.

Alternativ bietet sich eine Sprachreise als Familie an, so können Sie in Europa und weltweit mit Ihrer Familie reisen und dabei etwas lernen. Natürlich rückt der Aspekt des Engagierens bei dieser Variante in den Hintergrund.

Möchten Sie wirklich gerne eine Hilfsorganisation als Familie unterstützen, müssen Sie dafür aber nicht zwingend um die halbe Welt fliegen. Es gibt auch viele Projekte in Deutschland oder in Nachbarländern, die auf die Unterstützung von freiwilligen Helfern angewiesen sind. Wo auch immer Ihre Reise hingeht, es wird mit Sicherheit ein spannendes Erlebnis für die ganze Familie, dass für immer im, Gedächtnis bleibt.