- Vorbereitung bei der Wahl des Firmennamens
- Businessname: Unterschied Firmenname oder Unternehmensname
Wie entstehen Namen für Unternehmen?Gesetzlicher Rahmen: Rechtliche Stolpersteine bei Unternehmensnamen
Rechtsform grenzt Namensfindung einNamensfindung bei Einzelunternehmen, Freiberufler und KleingewerbetreibendeNamensfindung bei GbR und PartG3 wesentliche Aspekte für Ihren BusinessnamenFirmennamen finden: Welche Namen passen zum Unternehmen?
Firmenname: Banalität spricht manchmal für GenialitätDen richtigen Namen für Ihr Unternehmen findenIn 6 Schritte zum passenden Businessnamen
Schritt 1: Wofür steht Ihr Unternehmen?Schritt 2: Markt- und Zielgruppen AnalyseSchritt 3: BrainstormingSchritt 4: Engere Auswahl treffenSchritt 5: Den Firmennamen testenSchritt 6: Rechtliche Rahmenbedingungen schaffenEine ausgeklügelte Geschäftsidee, Startkapital und der Plan für die Umsetzung Ihres Unternehmens stehen, alles ist in trockenen Tüchern und Sie stehen in den Startlöchern. Nicht so voreilig, haben Sie nicht etwas Wichtiges vergessen? Richtig, einen passenden Firmennamen. Jedes Business hat einen Namen und hinter jedem steckt viel Arbeit. Welcher Name passt zu Ihrem Unternehmen? Wie gehen Sie Schritt für Schritt bei der Suche für den passenden Businessnamen vor?
Worauf Sie bei der Namensfindung für Ihr Unternehmen achten sollten und wie Sie sich kreativ ausleben können, erfahren Sie in diesem Artikel.
Vorbereitung bei der Wahl des Firmennamens
Bei jeder Gründung ist die Wahl des Firmennamens ein ganz zentraler Schritt, immerhin geben Sie Ihrer Idee damit einen Namen und eine Bedeutung. Dieser Name steht für Ihre ganze Arbeit, wird in die Welt transportiert und steht für Sie und Ihr Produkt. Was ein guter oder schlechter Firmenname ist, darüber lässt sich streiten. Sie müssen sich mit dem Namen wohlfühlen und identifizieren können. Doch bevor Sie sich für einen Namen entscheiden, gilt es wichtige Aspekte zu beachten.
Businessname: Unterschied Firmenname oder Unternehmensname
Umgangssprachlich wird häufig jedes Unternehmen auch als Firma bezeichnet, nimmt man es jedoch genau, ist das nicht korrekt. Zwischen Firmenname und Unternehmensname gibt es feine Unterschiede:
Rein rechtlich gesehen benötigt Ihr Unternehmen einen Eintrag ins Handelsregister, um als Firma zu gelten. Ist Ihr Business nicht im Handelsregister eingetragen, handelt es sich um ein Unternehmen und nicht um eine Firma. Deshalb sind Sie nicht auf der Suche nach einem Firmennamen sondern einem Unternehmensnamen oder einer Geschäftsbezeichnung. In diesem Fall darf Ihr Unternehmensname nicht das Wort „Firma“ enthalten.
Wie entstehen Namen für Unternehmen?
Bei der Namensfindung für Ihr Business spielt es generell keine Rolle, ob es sich jetzt um ein Unternehmen oder eine Firme handelt. Prinzipiell kann Ihr Business-Name seinen Ursprung aus folgenden drei Aspekten erhalten:
- Fantasiename: Es handelt sich um einen frei erfundenen Name wie zum Beispiel Spotify oder Zalando. Er kann sich aber aus Wörtern zusammensetzen, die es tatsächlich gibt wie Microsoft (micro + Software).
- Branchen- oder Tätigkeitsbezeichnung: In diesen Bereich fallen Bezeichnungen wie „Malermeister“ oder „Kfz-Werkstatt“.
- Personenname: Name des Unternehmers/ der Unternehmerin
Sie können diese drei Möglichkeiten nicht nur einzeln für die Namensfindung Ihres Business nutzen, sondern auch in Kombination. Beispielsweise „Malerei Werner Meier“ oder „MegaColor- Malerei Werner Meier“. Bei dem Mischen dieser Namensbestandteile kann es jedoch aufgrund der Rechtsform des Unternehmens oder der Firma gewisse Einschränkungen geben.
Gesetzlicher Rahmen: Rechtliche Stolpersteine bei Unternehmensnamen
Bevor Sie sich für einen Namen entscheiden, sollten Sie rechtliche Aspekte nicht vergessen. Falls Sie sich für einen Firmennamen entscheiden, der bereits von einem anderen Unternehmen geschützt ist, kann es für Sie durchaus eine teure Angelegenheit werden. Deshalb sollten Sie vor Festlegung des Firmennamens von einem Anwalt prüfen lassen, ob der gewünschte Name frei ist.
Rechtsform grenzt Namensfindung ein
Je nachdem welche Rechtsform Ihr Business hat, müssen Sie bei der Namensfindung einige Dinge beachten. Prinzipiell dürfen Sie Ihren Unternehmensnamen frei auswählen, jedoch spricht die Industrie-und Handelskammer Empfehlungen und Vorgaben aus.
Namensfindung bei Einzelunternehmen, Freiberufler und Kleingewerbetreibende
- Grundsätzlich dürfen in dieser Rechtsform Fantasie- und Personennamen sowie Berufs- und Tätigkeitsbezeichnungen zur Namensfindung genutzt werden.
- Es wird von der Industrie- und Handelskammer jedoch empfohlen, den eigenen Namen im Unternehmensnamen zu führen.
- Der Geschäftszweck muss aus dem Firmennamen hervorgehen z.B. PR-Agentur Kathrin Weißer
Namensfindung bei GbR und PartG
- Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) sind Fantasie- und Personennamen sowie Berufs- und Tätigkeitsbezeichnungen erlaubt.
- Es müssen die Vor- und Zunamen aller Gesellschafter enthalten sein. Bei mehr als zwei Gesellschaftern genügt der Zusatz „& Co.“.
- Eine Partnergesellschaft (PartG) muss mindestens der Namen eines Partners beinhalten, wie zum Beispiel „Rechtsanwälte Schiller & Partner“.
- Zusatz „und Partner“ bzw. „Partnerschaft“ ist vorgeschrieben
- Gilt zusätzlich eine beschränkte Berufshaftung für die PartG darf der Zusatz PartG mbH im Firmenname nicht fehlen.
Weiterhin gilt, dass der Firmen-oder Unternehmensname nicht irreführend sein darf. Es ist verboten Kürzel einer Rechtsform zu verwenden, die nicht Ihrer entspricht. Die korrekte Rechtsform muss erkennbar und mit entsprechendem Anhang oder Kürzel gekennzeichnet sein:
Als Einzelunternehmer verwenden Sie den Zusatz eingetragener Kaufmann/eingetragene Kauffrau in der Regel „e.K., e. Kfm./Kfr.“ abgekürzt.
3 wesentliche Aspekte für Ihren Businessnamen
- Kennzeichnungs-und Unterscheidungskraft
- Rechtsform muss ersichtlich sein
- Firmenname darf nicht irreführend sein
Firmennamen finden: Welche Namen passen zum Unternehmen?
Es liegt nahe, sich einen Namen für Ihr Unternehmen zu suchen, der zu Ihnen passt. Nicht zwingend muss der Firmenname sich mit Ihrem Tun oder den Produkten identifizieren. Kreativität und ein gewisses Maß an Mut gehören nicht nur zur Gründung eines Unternehmens dazu, sondern auch bei der Wahl des passenden Firmennamens.
Firmenname: Banalität spricht manchmal für Genialität
Nehmen wir als Beispiel „Apple“- der Unternehmensname lässt wohl kaum auf ein Technologieunternehmen schließen, oder? Die Idee zu diesem Firmennamen kam Gründer Steve Jobs bei einem Besuch einer Apfelplantage. Für ihn wirkt der Name Apple „freundlich, schwungvoll und nicht einschüchternd“ und da niemand einen anderen Vorschlag hatte, blieb es bei dem Namen Apple. Im Grunde ist der Firmenname Apfel so banal, das es schon wieder genial ist. Der Name Apple ist mittlerweile jedem ein Begriff und niemand hinterfragt den Namen eines der weltbekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen. Wenn das nicht ein sehr gutes Beispiel dafür ist, dass ein Firmenname nicht zwingend mit dem Produkt oder der Leistung identifizierbar sein muss.
Den richtigen Namen für Ihr Unternehmen finden
Was zeichnet ihr Unternehmen aus? Welche drei Wörter bringen Ihr Business und Ihre Idee auf den Punkt? Können die Wörter kombiniert einen Namen ergeben? Oder sprechen Sie bestimmte Namen aus bekannten Bereichen, wie der Literatur oder Mythologie, an? Einige Unternehmen haben sich mit diesem Vorgehen erfolgreiche Namen gemacht.
- Der Name Netflix ist eine Zusammensetzung von Internet und flicks = Film
- Mars, Nike und Hermes stammen nicht nur aus Literatur, sondern zählen zu sehr bekannten Unternehmensnamen.
Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und spielen Sie verschiedene Variationen durch. Kreieren Sie unterschiedliche Kombinationen und Möglichkeiten, erkunden Sie sich bei Familie und Freunden und lassen Sie sich von der Welt inspirieren.
Falls das alles nicht hilft, können Sie sich auch technische Unterstützung holen, denn mittlerweile gibt es einige Tools, die Ihnen bei der Namenssuche helfen können. Mithilfe von Schüsselwörtern erstellen sogenannte Namensgeneratoren Wortkombinationen und mögliche Namen für Ihr Business.
In 6 Schritte zum passenden Businessnamen
Fakt ist, dass es sich bei der Suche nach dem passenden Firmennamen, um einen Prozess handelt. Hilfreich kann es sein, wenn Sie sich diesem Prozess strukturiert widmen und Schritt für Schritt vorgehen. So finden Sie für Ihr Business den passenden Namen.
Schritt 1: Wofür steht Ihr Unternehmen?
Ein gut gewählter Name enthält häufig den Zweck des Unternehmens und spricht dadurch die gewünschte Zielgruppe an. Deshalb können Ihnen Fragen bei der Suche nach dem passenden Businessnamen helfen, die auch bei der Entwicklung des Unternehmens hilfreich waren.
- Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?
- Wie heben Sie sich dadurch von der Masse ab?
- Was möchten Sie mit Ihrem Unternehmen erreichen?
- Wer ist Ihre Zielgruppe?
- Was für Bedürfnisse hat Ihre Zielgruppe?
- Was soll der Unternehmensname beim Kunden bewirken?
- Wie kreativ sind Sie?
Schritt 2: Markt- und Zielgruppen Analyse
Mithilfe der Zielgruppe und einen Blick auf die Branche Ihres Unternehmens, können Sie eine Analyse der aktuellen Lage und Trends durchführen. Je nach Zielgruppe kann die Erwartung an einen Businessnamen stark variieren. Spricht dein Unternehmen eine eher seriöse und gehobene Zielgruppe an oder Kundschaft, die vielleicht eher einen hippen und modernen Namen erwartet?
Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass Sie Ihre Zielgruppe klar definieren und auch bei der Suche nach einem passenden Namen für Ihr Business einbeziehen.
Schritt 3: Brainstorming
Manchmal hat man die passende Idee, doch kann Sie dann nach weiteren Recherchen und Prüfungen doch nicht als Namen nutzen. Das kann ganz schön frustrierend sein. Deshalb kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie mit einem Brainstorming neue Ideen suchen. Wenn Sie Ihr Unternehmen mit anderen Menschen gründen, sollten alle Beteiligten in den Prozess des Brainstormings einbezogen werden und Ihre Ideen einbringen.
Schritt 4: Engere Auswahl treffen
Besonders, wenn mehrere Menschen zusammen kommen und ihre Ideen miteinbringen, kann es durchaus schnell chaotisch werden. Natürlich sollten Sie alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und nach gewünschten Kriterien eine engere Auswahl treffen. Mit Hilfe dieser Fragen können Sie die potenziellen Unternehmensnamen eingrenzen:
- Ist der Name einfach zu schreiben und zu sprechen?
- Ist der Name noch frei oder verletzt er bestehende Markenrechte?
- Harmonisiert der Name mit dem Unternehmenszweck und/oder Zielgruppe?
- Kann der Name auch in anderen Ländern genutzt werden?
Schritt 5: Den Firmennamen testen
Haben Sie sich auf einen Firmennamen oder einen kleinen Kreis an potenziellen Namen festgelegt, sollten Sie testen, wie dieser bei Freunden oder möglichen Kunden ankommen. Erkundigen Sie sich bei Freunden, Familie und auch darüber hinaus bei der Zielgruppe, dabei können auch Umfragen sehr hilfreich sein.
Mit diesen Rückmeldungen können Sie weitere Namen ausschließen und sich auf einen Unternehmensnamen festlegen. So berücksichtigen Sie Ihre Wünsche und lassen dabei Ihre Zielgruppe nicht außen vor.
Schritt 6: Rechtliche Rahmenbedingungen schaffen
Bevor Sie sich für einen Namen entscheiden, sollten Sie prüfen, ob der Name nicht schon von einer anderen Marke genutzt wird. Tritt keine Markenrechtsverletzung auf und erfüllen Sie auch sonst alle Bedingungen in Bezug auf die jeweilige Rechtsform, lohnt es sich Ihren Unternehmensnamen als geschützte Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen zu lassen. Diese Eintragung gilt für 10 Jahre und die Kosten liegen bei etwa 300 Euro.
Haben Sie den passenden Unternehmensnamen gefunden und geschützt, sollten Sie diesen möglichst nicht mehr ändern. Deshalb sollten Sie sich bei Ihrer Entscheidung wirklich sicher sein, immerhin bau alles auf Ihrem Businessnamen auf. Eine Änderung kann nicht nur ins Geld gehen, weil etwa Logos und Werbematerialien überarbeitet werden müssen, sondern auch bei Kunden für Irritierung sorgen.