© sanneberg / shutterstock.com

Der Arbeitsvertrag für Teilzeitkräfte: Das muss drin stehen!

Jana Fast am 15.12.2016
ca. 1028 Worte
ungefähre Lesezeit 3 Minuten 44 Sekunden
Der Arbeitsvertrag für Teilzeitkräfte: Das muss drin stehen!
© Africa Studio / shutterstock.com
Inhalt:
  1. Der Arbeitsvertrag für Teilzeitkräfte: mündlich oder schriftlich?
  2. Der schriftliche Arbeitsvertrag für Arbeitnehmer in Teilzeit 
    1. Informationen zur Probezeit 
    2. Welche Tätigkeit werden Sie ausüben?
    3. Die Arbeitszeit und das Gehalt in Ihrem Teilzeitjob
    4. Die Kündigung
    5. Regelungen zum Erholungsurlaub 
    6. Welche Rechte haben Teilzeitnehmer bei Krankheit?

Wissen Sie eigentlich, was alles in Ihrem Arbeitsvertrag stehen muss? Hier erfahren Sie es! Ob Kündigungsfristen, Urlaubsanspruch oder vereinbarte Arbeitszeit: Kennen Sie Ihre Rechte! Denn nur so können Sie diese auch einfordern. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie bei der Durchsicht Ihres Arbeitsvertrages für eine Teilzeitstelle achten müssen!

Der Arbeitsvertrag für Teilzeitkräfte: mündlich oder schriftlich?

Sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber lohnt sich ein schriftlicher Arbeitsvertrag. Denn: Damit sind beide Vertragsparteien auf der sicheren Seite. Verzichten Sie auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag, können Sie sich bei eventuellen Streitigkeiten nicht auf dieses wichtige Dokument berufen. Wenn Sie sich darauf einigen, nur einen mündlichen Vertrag abzuschließen, dann müssen nach Beginn des Arbeitsverhältnisses, spätestens aber einen Monat nach Antritt der Teilzeitstelle, die wichtigsten Vertragsbedingungen trotzdem schriftlich festgehalten werden, so besagt es das Nachweisgesetz. Folgende Angaben müssen, egal ob im schriftlichen Arbeitsvertrag oder nach einer mündlichen Vereinbarung, schriftlich festgehalten werden:

  • Die Kontaktdaten beider Vertragsparteien
  • Der Beginn und bei einer Befristung auch die Dauer des Arbeitsverhältnisses 
  • Der Arbeitsort und die ausgeübte Tätigkeit 
  • Informationen zur Vergütung 
  • Vereinbarungen zur Arbeitszeit 
  • Anzahl der Urlaubstage und Regelungen darüber, wann man diesen nehmen kann
  • Informationen zur Kündigungsfrist
  • Ein Vermerk über anderweitige Betriebsvereinbarungen oder bestehende Tarifverträge 

Da selbst bei mündlichen Vereinbarungen spätestens einen Monat nach Beginn Ihres Arbeitsverhältnisses all die zuvor genannten Punkte schriftlich festgehalten werden müssen, lohnt es sich, einen richtigen Arbeitsvertrag aufzusetzen. Dieser bedeutet für den Arbeitgeber kaum mehr Arbeit und die darin getroffenen Vereinbarungen können noch detaillierter festgehalten werden, so dass man für eventuelle Uneinigkeiten in der Zukunft immer eine Grundlage hat, auf die man sich berufen kann. Dies ist für beide Seiten sehr wichtig.  

Der schriftliche Arbeitsvertrag für Arbeitnehmer in Teilzeit 

Bei der Durchsicht Ihres Vertrages sollten Sie darauf achten, dass Sie darin Regelungen zu folgenden Punkten finden:

Informationen zur Probezeit 

Die meisten Arbeitsverhältnisse beginnen mit einer Probezeit von drei oder sechs Monaten. Halten Sie zusammen mit Ihrem Arbeitgeber fest, wie die Kündigungsfrist während der Probezeit aussieht, und auch, ob Sie nach Ablauf der Probezeit einen neuen Arbeitsvertrag abschließen oder direkt in ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden.

Welche Tätigkeit werden Sie ausüben?

In den Arbeitsvertrag für Arbeitnehmer in Teilzeit gehören nicht nur die Rahmenbedingungen zur Beschäftigung, sondern auch eine Beschreibung der konkreten Tätigkeit, die Sie ausüben werden. Der Vertrag sollte eine Jobbezeichnung enthalten, Ihren Arbeits- oder Einsatzort, aber auch Informationen darüber, welche Dinge in Ihr Aufgabengebiet fallen. In den meisten Arbeitsverträgen steht, dass sich der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, auch andere Tätigkeiten an einem anderen Einsatzort auszuüben, sofern dies vom Arbeitgeber gewünscht wird. Achtung: Dies trifft nur zu, wenn diese andere Tätigkeit zumutbar ist und Sie entsprechende Qualifikationen mitbringen, um diese andere Tätigkeit auch ausüben zu können. Wenn nicht, können Sie dies verweigern. 

Hier muss im Einzelfall entschieden werden, was unter „zumutbar“ fällt und was nicht. Wenn Sie sich wegen dieser Klausel sorgen machen, sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber und halten Sie von vornherein schriftlich fest, welche weiteren Tätigkeiten Sie gewillt sind zu übernehmen und welche nicht. Sie können sich zum Beispiel auch darauf einigen, wie weit der „andere Einsatzort“ maximal von Ihrem Wohnort entfernt sein darf. Treffen Sie diese Vereinbarungen im Vorfeld, dann wissen Sie, was auf Sie zukommen kann und gegen welche Dinge Sie sich schriftlich abgesichert haben.

Die Arbeitszeit und das Gehalt in Ihrem Teilzeitjob

Die Arbeitszeit bei Teilzeitkräften kann entweder konkret bestimmt, oder flexibel gestaltet werden. Wer flexibel eingesetzt wird, muss im Arbeitsvertrag trotzdem eine Vereinbarung darüber erkennen, mit wie vielen Arbeitsstunden pro Monat oder pro Woche zu rechnen ist. Gibt es so eine Vereinbarung nicht, dann hat ein Arbeitnehmer in Teilzeit Anspruch darauf, mindestens zehn Stunden pro Woche zu arbeiten. Es kann aber auch sein, dass der Arbeitgeber weniger als zehn Stunden pro Woche anbietet. Wird der Arbeitsvertrag vom Arbeitnehmer trotzdem unterschrieben, dann gilt diese Vereinbarung auch. Ein Arbeitnehmer, der regelmäßig weitaus mehr Stunden leistet, als im Arbeitsvertrag vereinbart, hat das Recht auf eine Vertragsanpassung. Gehen Sie in so einem Fall zu Ihrem Vorgesetzten und bitten Sie darum, dass die vereinbarte Stundenzahl auf die tatsächliche Stundenzahl korrigiert wird. 

Übrigens: Auch wer flexibel arbeitet, als quasi auf Abruf, hat Rechte. So müssen Arbeitnehmer, sofern nicht anders im Vertrag vereinbart, vier Tage im Voraus über Ihre Einplanung informiert werden. So spontan, wie viele die Arbeit auf Abruf verstehen, darf diese nämlich gar nicht sein. Ein weiteres Gesetz besagt, dass der Arbeitnehmer für mindesten drei Stunden am Stück eingesetzt werden muss. Auch hier gilt: Sofern nichts anderes vereinbart wurde!

In jedem Arbeitsvertrag müssen Angaben zur Vergütung gemacht werden. Dies kann entweder ein Bruttolohn sein, oder auch nur der Stundenlohn oder beides. Beachten Sie das Diskriminierungsverbot von Teilzeitkräften! Ihr Stundenlohn darf den eines vergleichbaren Mitarbeiters in Vollzeit nicht unterschreiten, da Sie ansonsten aufgrund Ihrer Teilzeitstelle benachteiligt würden. 

Die Kündigung

Teilzeitkräfte haben vor dem Gesetz die gleichen Rechte wie Arbeitnehmer in Vollzeit auch. Das bedeutet, dass man generell mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen rechnen kann. Hier kann das Unternehmen selbst bestimmen, ob jeweils zum Monatsende, oder zum 15. eines Monats gekündigt werden kann. Wird eine Probezeit vereinbart, so beträgt die Kündigungsfrist während dieser Zeit in der Regel weniger, meist werden zwei Wochen vereinbart. Achten Sie bei Ihrem Arbeitsvertrag darauf, dass Kündigungsfristen angegeben werden, und dass diese nicht geringer ausfallen als die Kündigungsfristen bei Beschäftigten in Vollzeit, denn dies würde eine Diskriminierung von Arbeitnehmern in Teilzeit bedeuten. Ihnen stehen die gleichen Kündigungsfristen zu wie allen anderen Arbeitnehmern bei Ihrem Arbeitgeber auch! 

Regelungen zum Erholungsurlaub 

Dieser Teil Ihres Arbeitsvertrages kann eins zu eins von jedem anderen Arbeitsvertrag für Vollzeitkräfte übernommen werden. Die Anzahl der gesetzlichen Urlaubstage liegt bei 20 Tagen. Zusätzlich kann der Arbeitgeber weitere Tage gewähren. Wird das Arbeitsverhältnis vorzeitig beendet, wird der Urlaubsanspruch gezwölftelt und entsprechend gekürzt, darf den gesetzlichen Mindesturlaub von 20 Tagen jedoch nicht unterschreiten. Der Urlaub muss innerhalb des Übertragungszeitraumes, meist bis zum 31.3. des Folgejahres, in Anspruch genommen werden, sonst verfällt dieser. 

Welche Rechte haben Teilzeitnehmer bei Krankheit?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Die gleichen wie alle anderen Arbeitnehmer auch! Im Vertrag sollte daher ebenfalls festgehalten werden, dass bei Arbeitsunfa?higkeit aufgrund von Krankheit der Arbeitnehmer 6 Wochen lang Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat. Daraus resultiert auch die Arbeitnehmerpflicht, den Arbeitgeber im Krankheitsfall unverzüglich darüber zu informieren.