© sanneberg / shutterstock.com

Gehaltserhöhung: 5 Anzeichen für mehr Lohn im Job

Anastasia Johlen am 14.03.2022
ca. 1212 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 24 Sekunden
Gehaltserhöhung: 5 Anzeichen für mehr Lohn im Job
© Dean Drobot | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Lohnerhöhung oder Gehaltserhöhung: Wo ist der Unterschied?
    1. Lohn versus Gehalt
    2. Gehälter im öffentlichen Dienst sind klar definiert
    3. Auszahlungszeitpunkt ist entscheidend
  2. Unterbezahlt: 5 Anzeichen für eine Lohnerhöhung
    1. Anzeichen 1: Die letzte Gehaltserhöhung ist Jahre her
    2. Anzeichen 2: Sie übernehmen Verantwortung und wichtige Aufgaben
    3. Anzeichen 3: Sie verdienen weniger als Kollegen mit selber Leistung & Arbeit
    4. Anzeichen 4: Unternehmenserfolg kommt bei den Mitarbeitern nicht an
    5. Anzeichen 5: Andere Unternehmen zahlen mehr für Ihren Beruf
  3. Weiterbildung: Steigern Sie Ihren Wert im Unternehmen
  4. Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?
    1. Gründe für den falschen Zeitpunkt einer Gehaltsverhandlung

Beim Thema Gehalt ist es gar nicht so leicht, eine realistische Einschätzung zu haben. Viele Beschäftigte vertrauen darauf, dass der Chef die Arbeit schon angemessen entlohnt. Mehr Geld trotz guter Performance und Leistung bekommen nicht alle Angestellten: Viele Berufstätige fühlen sich unterbezahlt.

Wie erkennen Sie, ob es Zeit wird für eine Gehaltserhöhung? Woran bemerken Sie, dass Sie für Ihren Job unterbezahlt sind? Erfahren Sie in diesem Artikel 5 Anzeichen, die für eine Lohnerhöhung sprechen.

Lohnerhöhung oder Gehaltserhöhung: Wo ist der Unterschied?

Die Begriffe Lohn und Gehalt werden häufig synonym benutzt, doch der Unterschied liegt im Detail. Grundsätzlich handelt es sich bei beiden Bezeichnungen um eine Abgeltung in Geld, welchen ArbeiterInnen oder Angestellte für die Arbeitsleistung vom Arbeitgeber enthalten.

Im Einkommenssteuergesetz ist keine Unterscheidung zwischen Lohn und Gehalt zu finden, weshalb dort oft übergeordnete Begriffe wie Einkommen, Vergütung und Einkünfte genutzt werden. Ob Angestellte Lohn oder Gehalt bekommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Lohn versus Gehalt

Beim Lohn handelt es sich in der Regel um das Entgelt eines Arbeiters, also einer Person, welche überwiegend körperliche Tätigkeiten ausübt, wie zum Beispiel Handwerker/innen oder Lagerarbeiter/innen. Hingegen wird die Vergütung von Angestellten, also Personen, die vorrangig kaufmännische Tätigkeit, wie Bürokräfte oder Telefonisten, ausüben, als Gehalt bezeichnet.

Doch die Unterscheidung zwischen Arbeiter/in und Angestellte/r ist nicht immer so einfach, weshalb Gehalt und Lohn unabhängig von der Art der Arbeit definiert werden soll:

Im Allgemeinen handelt es sich bei Gehalt um eine gleichbleibende Zahlung, hingegen ist der Lohn flexibel und kann sich von Monat zu Monat in Abhängigkeit von gearbeiteten Stunden und Leistung unterscheiden. Ob Sie Lohn oder Gehalt bekommen, können Sie in Ihrer Abrechnung sehen.

Gehälter im öffentlichen Dienst sind klar definiert

Wie viel Lehrer nach dem Studium verdienen, ist in jeweiligen Tabellen im Internet ersichtlich. Hingen müssen Angestellte in einem Industriebetrieb erst in Erfahrung bringen, ob der Arbeitgeber sich an den für seine Branchen geltenden Tarifvertrag hält oder nicht.

Es gibt aber auch Gehaltsempfänger, dessen Entgelt variiert. Dafür kann zum Beispiel das Schichtsystem im Betrieb der Grund sein, da auch ArbeitnehmerInnen mit Gehalt Schichtzulagen erhalten.

Auszahlungszeitpunkt ist entscheidend

Anhand des Zahlungszeitpunktes können Sie gut erkennen, ob es sich um Lohn oder Gehalt handelt: Das Gehalt wird im Laufe des Monats gezahlt, in dem Beschäftige es erarbeitet haben.

Hingegen kann Lohn erst am Ende des Monats ausgezahlt werden, da dann erst die Berechnung der geleisteten Stunden erfolgt.

Unterbezahlt: 5 Anzeichen für eine Lohnerhöhung

Prinzipiell ist es nicht relevant, ob Sie Lohn oder Gehalt erhalten, wenn es sich am Ende um eine Unterbezahlung handelt. Erhalten Sie schlichtweg zu wenig Einkommen für Ihre geleistete Arbeit, sollten Sie um eine Gehaltsverhandlung bitten.
Doch welche 5 Anzeichen sprechen für eine Unterbezahlung und für eine Gehaltserhöhung?

Anzeichen 1: Die letzte Gehaltserhöhung ist Jahre her

Sie haben zwar keinen rechtlichen Anspruch auf eine Gehaltserhöhung, dennoch können Angestellte bei konstant guter Leistung eine regelmäßige Gehaltserhöhung erwarten. Vielen ist eine Gehaltsverhandlung unangenehm, doch genau dieser Schritt ist wichtig, damit Sie mehr Geld erhalten. Die wenigsten Unternehmen bieten von sich mehr Geld an.

Deshalb ist es wichtig, dass der Impuls von Ihnen kommt. Können Sie sich also nur noch vage an Ihre letzte Gehaltserhöhung erinnern oder haben Sie noch gar keine nach jahrelanger Betriebszugehörigkeit bekommen, sollten Sie den Schritt wagen.

Anzeichen 2: Sie übernehmen Verantwortung und wichtige Aufgaben

Sie haben das Gefühl, dass es im Job richtig gut läuft? Sie übernehmen Verantwortung und beweisen Ihr Können in wichtigen Projekten? Zählen Sie zu einem der wichtigsten AnsprechpartnerInnen im Betrieb?

Dann befinden Sie sich wohl gerade auf der Überholstuhl und sind super erfolgreich! Diese Leistung sollte auch entsprechend gewürdigt werden: Nette Worte und Lob sind super, aber mehr Gehalt darf es auch sein!

Haben Sie also per Leistung mehr Verantwortung und Aufgaben, wurden Sie im Prinzip inhaltlich befördert, aber noch nicht in finanzieller Hinsicht. Suchen Sie das Gespräch mit Vorgesetzten und verhandeln Sie.

Anzeichen 3: Sie verdienen weniger als Kollegen mit selber Leistung & Arbeit

Hierzulande spricht kaum jemand über sein Einkommen, es wird ein großes Geheimnis um den eigenen Verdienst gemacht. Doch irgendwann erfahren Sie vielleicht doch, was Kollegen mit gleicher Leistung verdienen. Sollte Ihr Einkommen darunter liegen, empfiehlt es sich, der Sache auf den Grund zu gehen.

Hierbei sollten Sie Fingerspitzengefühl beweisen und sich umfangreich erkundigen, ob es für den Mehrverdienst der Kollegen nicht doch gute Gründe gibt. Sind Sie sich wirklich sicher und können sich in direkten Vergleich mit den entsprechenden Kollegen setzten, haben Sie gute Chancen.

Seit 2017 gibt es das Entgelttransparenzgesetz, welches Gehaltsunterschiede zwischen Männer und Frauen abbauen soll, die mit gleichem Erfahrungsgrad, die gleiche Tätigkeit ausüben.

Anzeichen 4: Unternehmenserfolg kommt bei den Mitarbeitern nicht an

Die Bezahlung der Beschäftigten steht immer im engen Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen und unternehmerischen Erfolg. Befindet sich ein Unternehmen gerade in einer kritischen Situation, müssen Personalkosten so gering wie nötig gehalten werden.

Steht das Unternehmen gerade in seiner Blüte und veröffentlicht einen Erfolg nach dem anderen, sollten auch die Mitarbeiter Früchte davon tragen. Immerhin tragen die Mitarbeiter einen erheblichen Teil zum Erfolg bei!

Kommt der Erfolg also nicht bei Ihnen und Ihrem Kollegium an, sollten Sie sich Gedanken über ein Verhandlungsgespräch machen.

Anzeichen 5: Andere Unternehmen zahlen mehr für Ihren Beruf

Sind Sie sich noch unsicher, ob Sie tatsächlich unterbezahlt sind? Dann nutzen Sie die technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters: Heutzutage lässt sich mit ein paar Klicks im Internet viel herausfinden. Sie können online checken, wie viel Lohn Ihnen andere Unternehmen für dieselbe Leistung zahlen würden.

Branchenübliche Gehälter lassen sich schnell miteinander vergleichen und Sie finden heraus, ob sich Ihr Einkommen in diesem Bereich befindet. Jobangebote von anderen Unternehmen können Ihnen ebenfalls sehr gut zeigen, ob Sie unterbezahlt sind. Schauen Sie sich auch Stellenanzeigen in Ihrer Branche und Berufsgruppe an.

Sind Sie absolut unzufrieden mit Ihrem Lohn und der Arbeitssituation, könnten Sie auch einen großen Schritt wagen und sich mit Ihren expliziten Gehaltsvorstellungen bei einem anderen Unternehmen bewerben. Zu verlieren haben Sie im Grunde nichts. Manchmal muss man über seinen eigenen Schatten springen.

Weiterbildung: Steigern Sie Ihren Wert im Unternehmen

Können Sie keines dieser Anzeichen bei Ihnen erkennen? Wünschen Sie sich dennoch mehr Geld? Dann sollten Sie Ihren Wert steigern und sich unentbehrlich machen. Sind Sie generell zufrieden mit Ihrem Job abgesehen vom Gehalt, sollten Sie an sich als Arbeitskraft arbeiten.

Analysieren Sie, was Sie tun können, um Ihre Position, im Unternehmen zu verbessern. Erkundigen Sie sich zum Beispiel über Fortbildungen und Weiterbildungsmaßnahmen. Zeigen Sie Ihrem Arbeitgeber, dass Sie mehr wert sind, als die aktuelle Bezahlung,

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?

Nicht immer ist es ratsam den Chef, nach mehr Geld zu fragen. Sie sollten gut abschätzen, ob es sich um den richtigen Zeitpunkt handelt.

Gründe für den falschen Zeitpunkt einer Gehaltsverhandlung

  • Sie haben kürzlich negativ auf sich aufmerksam gemacht
  • Sie haben keine besondere Leistung erbracht
  • Dem Unternehmen geht es wirtschaftlich schlecht
  • Mitarbeiter werden aufgrund von hohen Personalkosten entlassen
  • negative Entwicklungen im Unternehmen
  • Sie haben erst kürzlich eine Gehaltserhöhung bekommen

Für eine gelungene Gehaltsverhandlung ist es oft wichtig, den Chef/die Chefin auf dem richtigen Fuß zu erwischen. Schlechte Stimmung ist keine gute Voraussetzung für ein Verhandlungsgespräch.

Außerdem sollten Sie nicht alle vier Wochen, um mehr Lohn bitten. Beweisen Sie ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt und beachten Sie die Gründe, die gegen eine Gehaltsverhandlung sprechen. Dann sollte Ihrer Gehaltserhöhung nichts mehr im Wege stehen!