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Home-Office: Was steckt hinter diesem Arbeitsmodell?

Anastasia Johlen am 30.01.2020
ca. 1179 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 17 Sekunden
Home-Office: Was steckt hinter diesem Arbeitsmodell?
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Inhalt:
  1. Home-Office: Was genau bedeutet das?
    1. Heimarbeit, Home-Office oder Telearbeit?
  2. Home-Office Gesetz: Haben Sie Anspruch auf Home-Office?
  3. Wie können Sie im Home-Office arbeiten?
  4. Welche Berufe und Jobs eignen sich für Home-Office?
    1. Homejobs mit Berufserfahrung
    2. Homejobs ohne Vorkenntnisse
  5. Wer trägt die Kosten im Home-Office?
  6. Wie muss ein Home-Office aussehen?
  7. Welche Regelungen sind im Home-Office zu beachten?
    1. Arbeitsschutz im Home-Office
    2. Datenschutz im Home-Office
    3. Home-Office Vereinbarung im Arbeitsvertrag
  8. Dürfen Sie Arbeitsmaterialien im Home-Office von der Steuer absetzen?
  9. Versicherungsschutz bei einem Unfall im Home-Office?

Viele Arbeitnehmer träumen davon, die Arbeit von zuhause aus zu erledigen. Es scheint ein paradiesisches Arbeitsmodell zu sein, ohne Fahrtweg, Stau, Zeitdruck und Chef im Nacken, dafür mit viel Freiheiten, Selbstbestimmung und Ruhe in den eigenen vier Wänden. Stellt sich nur die Frage, ob es in der Realität auch so schön ist, wie es sich viele Beschäftigte ausmalen. Gibt es Regeln zu beachten? Haben Sie einen Anspruch auf Home-Office? Erhalten Sie hier Antworten auf die häufigsten Fragen in Bezug auf Home-Office.

Home-Office: Was genau bedeutet das?

Viele scheinen eine genaue Vorstellung davon zu haben, was Home-Office ist. Aber was genau ist wirklich darunter zu verstehen?
Übersetzt bedeutet Home-Office wohl am ehesten „Büro (im eigenen) Zuhause“. Und das ist auch der grundlegende Faktor dieser Arbeitsweise: Sie arbeiten von Zuhause aus und nicht im Gebäude Ihres Arbeitgebers.
Häufig werden synonym zu der Bezeichnung „Home-Office“ die Begriffe Heimarbeit oder Telearbeit verwendet, jedoch unterscheiden sich die drei Arbeitsformen voneinander.

Heimarbeit, Home-Office oder Telearbeit?

Im Grunde haben alle Begriffe und Arbeitsmodelle denselben Ursprung; die Arbeit findet nicht in den Räumlichkeiten des Arbeitgebers statt.

  • Arbeiten Sie in Home-Office sind Sie trotzdem fester Bestandteil der Belegschaft und ein Angestellter des Unternehmens.
  • Heimarbeit wird in der Regel von Selbstständigen ausgeführt, die auf Honorarbasis bezahlt werden. Die Arbeit erfolgt also für einen Auftraggeber und es ist eine gewerbliche Tätigkeit.
  • Telearbeit findet nicht zwingend zu Hause statt, ist aber häufig an einen festen Ort gebunden und an bestimmte Auflagen gebunden.
  • Telearbeit unterteilt sich in heimbasierte Telearbeit, alternierende Telearbeit und mobile Telearbeit.

Home-Office Gesetz: Haben Sie Anspruch auf Home-Office?

Bisher gibt es in Deutschland keinen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office, so liegt die Entscheidung bei Ihrem Arbeitgeber. Sie haben also kein Recht darauf, Home-Office bei Ihrem Chef einzufordern.
Aktuell gibt es also noch kein Gesetz in Bezug auf Home-Office, jedoch bestehen im Bundesarbeitsministerium konkrete Pläne, welche wohl in Zukunft Mitarbeitern ein Recht auf Home-Office verschaffen könnten.

Wie können Sie im Home-Office arbeiten?

Möchten Sie gerne von Zuhause arbeiten, sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten über diesen Wunsch. Natürlich müssen Sie in einem Job tätig sein, indem die Umsetzung der Arbeit im Home-Office grundsätzlich möglich wäre. Kellnern Sie in Teilzeit in der Gastronomie oder sind Sie in einem anderen Beruf tätig, der nur vor Ort ausgeübt werden kann, wird die Arbeit von Zuhause wohl kaum möglich sein.

Damit Sie in Home-Office arbeiten können, sollten Sie einen Job ausüben, der weder an Ort noch an feste Zeiten gebunden ist.

Welche Berufe und Jobs eignen sich für Home-Office?

Digitale Medien und Technik rücken immer mehr in den Alltag und auch im Berufsleben sind Laptop, Smartphone und Computer nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder, dass sich besonders Jobs für Home-Office eignen, die im Zusammenhang mit diesen flexiblen Arbeitsmitteln stehen. Arbeiten Sie häufig oder überwiegend am Computer oder Laptop, stehen die Chance für Home-Office generell sehr gut. Schreibtischarbeit zählt wohl zu den Klassikern im Home-Office.

Homejobs mit Berufserfahrung

  • Online-Redakteur/in
  • Content Creator
  • Übersetzer/in
  • Texter/in
  • Programmierer/in oder Software Entwickler/in
  • Kundenbetreuer/in
  • Grafikdesigner/in
  • Mediengestalter/in
  • Virtuelle/r Assistent/in

Homejobs ohne Vorkenntnisse

  • Umfragen ausfüllen
  • Social Media
  • Kinderbetreuung oder Nachhilfe
  • Produkttester/in
  • Produktvermitter/in

Insgesamt gibt es heutzutage viele Möglichkeiten, wie Sie sich Geld von zu Hause verdienen können. Doch häufig sind Sie dann kein Angestellter und auf sich selbst gestellt. Wie Sie sehen gibt es einige Bereiche, die wie gemacht sind für die Arbeit von Zuhause oder unterwegs. Im Grunde können dank der Technik alle Schreibtischarbeiten von Zuhause verrichtet werden. Natürlich nur in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber.

Wer trägt die Kosten im Home-Office?

Beim Thema Kosten kommt es auf die Abmachung zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber an. Grundsätzlich sollte Ihr Arbeitgeber die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, wie zum Beispiel einen Arbeitslaptop.
Arbeiten Sie fast ausschließlich von zu Hause, kann es sogar sein, dass ein Teil Ihrer Miete und anfallende Energie erstattet wird. Dies sollten Sie Vorab mit einem entsprechenden Ansprechpartner klären.

Wie muss ein Home-Office aussehen?

Das Büro im Unternehmen wird vom Arbeitgeber ausgestattet, dort haben Sie eher wenig Einfluss auf Einrichtung und Ausstattung. Im Home-Office ist es generell Ihnen überlassen, für welche Einrichtung und Designs Sie sich entscheiden.
Trotzdem sollten Sie bei der Einrichtung Ihres Home-Office einige Aspekte beachten, damit es nicht zu Schwierigkeiten in Bezug auf den Arbeitsschutz kommt. Im Klartext bedeutet das, dass Ihre Arbeit nicht die Gesundheit gefährden darf. Mit ausreichend Licht und einem großen Arbeitsplatz und Monitor mindern Sie die Gefährdung Ihrer Gesundheit.

Welche Regelungen sind im Home-Office zu beachten?

Auch ohne einen Anspruch auf Home-Office, müssen die Vorschriften zum Datenschutz, Arbeitsschutz und der Arbeitszeitregelung eingehalten werden. Ihr Arbeitgeber muss Sorge tragen, dass die arbeitsrechtlichen Vorgaben auch im Home-Office umgesetzt werden.
Arbeitszeitgesetz im Home-Office

Auch im Home-Office müssen Arbeitnehmer die Regelungen zu Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten sowie das Sonn- und Feiertagsverbot einhalten. Somit gilt auch bei der Arbeit von zu Hause das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Ihr Arbeitgeber sollte Sie auf die Einhaltung dieser Vorschriften hinweisen und eine Lösung zur Zeiterfassung festlegen.

Arbeitsschutz im Home-Office

Ihr Arbeitgeber muss auch im Home-Office ermitteln, welche Arbeitsschutzmaßnahmen notwendig sind, um eine Gefährdung auszuschließen. Das bedeutet nicht, dass Sie mir regelmäßigen Kontrollbesuchen Ihres Chefs in den eigenen vier Wänden rechnen müssen. Jedoch sollte sich Ihr Vorgesetzter über die Umstände Ihres Arbeitsplatzes erkundigen.

Datenschutz im Home-Office

Besonders im Home-Office ist eine erhöhte Anforderung an Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Datensicherheit zu gewährleisten. Der Arbeitgeber muss bei der Einrichtung eines Home-Office für die geeigneten Datenschutzvorkehrungen sorgen und Sie stehen in der Pflicht diese auch zu Hause einzuhalten. Vertrauliche Daten und Betriebsgeheimnisse bleiben auch im Home-Office unter Verschluss der Öffentlichkeit und Dritter.

Home-Office Vereinbarung im Arbeitsvertrag

Haben Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber auf eine Lösung in Sachen Home-Office geeignet, sollten Sie diese Vereinbarungen auch in einem entsprechenden Vertrag festhalten. Die Regelungen sollten möglichst genau festgehalten werden. Es ist ratsam die Regelungen in Bezug auf zeitlichen Umfang, Stundennachweis und Arbeitsplatz festzuhalten.

Dürfen Sie Arbeitsmaterialien im Home-Office von der Steuer absetzen?

Für eine gute Einrichtung des Home-Office kommen schon einige Kosten auf Sie zu. Ein gemütlicher Schreibtischstuhl, ein Arbeitslaptop, Virenschutzprogramm und Internetanschluss. Diese Kosten übernimmt grundsätzlich Ihr Arbeitgeber. Haben Sie jedoch extra Wünsche, die über die Standardausstattung hinaus reichen, müssen Sie diese Kosten meist selbst tragen.

Als Arbeitnehmer erhalten Sie in Ausnahmefällen einen Zuschuss vom Staat; so kann jeder Arbeitnehmer nach § 9 a des Einkommenssteuergesetzes einen steuerlichen Pauschalbetrag von 1.000 Euro pro Jahr geltend machen. Mit diesem Betrag sind dann sämtliche Werbungskosten, wie Fahrtkosten, Berufskleidung und die Kosten für das Home-Office, abgedeckt.

Versicherungsschutz bei einem Unfall im Home-Office?

Passiert Ihnen im Home-Office ein Unfall, sind Sie generell über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, genauso wie bei einem Unfall auf dem Weg zur Arbeit.

Besondere Regelungen im Home-Office bei einem Unfall:

Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur, wenn der Unfall tatsächlich bei einer Tätigkeit geschieht, die zu Ihren beruflichen Aufgaben oder Arbeiten zählt. Kochen Sie während des Home-Office einen Kaffee oder Tee und verbrühen sich an dem heißen Getränk, handelt es sich nicht um einen Arbeitsunfall im Home-Office.

Wie Sie sehen handelt es sich beim Home-Office, um eine freiwillige Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Einen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office gibt es (noch) nicht. Aber auch im Home-Office gelten die allgemeinen Arbeitsschutzgesetze, an welche Sie sich halten müssen.