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Nebentätigkeit: Dürfen Sie Teilzeit- und Minijob gleichzeitig ausüben?

Anastasia Johlen am 08.03.2019
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Nebentätigkeit: Dürfen Sie Teilzeit- und Minijob gleichzeitig ausüben?
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Inhalt:
  1. Unterschiede Minijob und Teilzeitjob
  2. Teilzeit plus Minijob: Was müssen Sie beachten?
    1. Arbeitnehmerschutzgesetz: Arbeitszeit und Arbeitsdauer
    2. Arbeitszeiten in Bezug auf Teilzeit- und Minijob
  3. Beispiele für die Kombination von Teilzeit- und Minijob
  4. Erlaubnis vom Arbeitgeber für den Minijob nötig
  5. Warum haben Arbeitnehmer zusätzlich einen 450 Euro-Job?

Neben der Teilzeitstelle noch einen Minijob auf 450-Euro-Basis ausüben, klingt praktisch und vielversprechend. Viele Arbeitnehmer möchten sich neben der Teilzeitbeschäftigung noch mit einem Aushilfsjob etwas dazu verdienen. Doch dürfen Sie einen Teilzeitjob und einen Minijob gleichzeitig haben? Was gilt es zu beachten? 

Unterschiede Minijob und Teilzeitjob

Grundlegend handelt es sich bei beiden Arbeitsmodellen um ein Arbeitsverhältnis mit geringeren Wochenarbeitsstunden als in Vollzeit. Bei einem Minijob dürfen Sie im Monat maximal 450 Euro verdienen, ansonsten gilt die Tätigkeit nicht mehr als geringfügige Beschäftigung. Weiterhin sind Minijobber von der Sozialversicherungspflicht befreit und müssen keine Abgaben leisten. Hingegen sind Angestellte in Teilzeit voll sozialversicherungspflichtig. 

Arbeitsrechtlich gesehen handelt es sich bei Minijobs selbst um eine Teilzeitbeschäftigung. Aus sozialrechtlicher Sicht müssen geringfügige Beschäftigungen gesondert behandelt werden.

Minijob

  • sozialversicherungsfrei
  • Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung
  • maximal 450 Euro Verdienst pro Monat
  • Steuervorteile
  • geringfügige Beschäftigung

Teilzeitjob

  • Lohnsteuer 
  • Sozialversicherungspflichtig
  • Verdienst von mehr als 450 Euro im Monat
  • regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer als für Vollzeitkräfte

Teilzeit plus Minijob: Was müssen Sie beachten?

Gegen eine Beschäftigung in Teilzeit plus eine zusätzlichen Minijob spricht in der Regel erstmal gar nichts. Doch Sie müssen einige Gesetze beachten, welche in Bezug auf das Arbeitsrecht und die Arbeitszeit bestehen. 

Arbeitnehmerschutzgesetz: Arbeitszeit und Arbeitsdauer

Lauf diesem Gesetzt darf die tägliche Arbeitszeit regulär nicht länger als acht Stunden dauern. In Ausnahmesituationen ist eine maximale Arbeitszeit von zehn Stunden pro Tag erlaubt, sofern die durchschnittliche Arbeitszeit in einem Zeitraum von sechs Monaten bei acht Stunden am Tag liegt. 

Arbeitszeiten in Bezug auf Teilzeit- und Minijob

Eine Teilzeitbeschäftigung hat eine reguläre Arbeitszeit von weniger als 8 Stunden am Tag, denn im Gegensatz zur Vollzeitbeschäftigung liegt eine generelle Stundenreduzierung am Tag und in der Woche vor. Typischerweise arbeiten Angestellte in Teilzeit 20 bis 30 Stunden in der Woche.

Regulär können Sie im Anschluss an Ihre Teilzeitbeschäftigung noch am selben Tag den Minijob ausüben, solange Sie nicht ständig die acht Stunden Arbeitszeit am Tag überschreiten. Für die vollen 450 Euro des Minijobs dürfen Sie maximal 48,96 Stunden im Monat arbeiten, falls sich Ihr Minijob-Arbeitgeber am aktuellen Mindestlohn orientieren. 

Maximale Arbeitszeit in Minijobs bei Auszahlung des Mindestlohns

  • ab 2015 52,94 Std./Monat (=450 Euro/Monat / 8,50 Euro/Std.)
  • ab 2017 50,90 Std./Monat
  • ab 2019 48,96 Std./Monat
  • ab 2020 48,13 Std./Monat

Entwicklung Mindestlohn: 

  • ab 2015 Mindestlohn = 8,50 Euro
  • ab 2017 Mindestlohn = 8,84 Euro
  • ab 2019 Mindestlohn = 9,19 Euro
  • ab 2020 Mindestlohn = 9,35 Euro

Der Mindestlohn steht in der Regel allen Arbeitnehmern zu, egal ob als Aushilfskraft oder Vollzeitarbeitnehmer.

Erhalten Sie einen höheren Stundenlohn im Minijob, müssen Sie weniger im Monat arbeiten, damit Sie nicht die 450-Euro-Grenze überschreiten. In Betracht der maximalen Arbeitszeit am Tag ist eine Teilzeitbeschäftigung plus Minijob durchaus möglich, ohne dabei das Arbeitnehmerschutzgesetz zu missachten. 

Beispiele für die Kombination von Teilzeit- und Minijob

Beispiel 1:

Sie Arbeiten 20 Stunden in der Woche in Teilzeit in einem Unternehmen. Zusätzlich üben Sie 10 Stunden in der Woche einen Minijob aus. Beträgt Ihre Arbeitszeit in Teilzeit am Tag vier Stunden, können Sie anschließend für weitere vier Stunden den Minijob ausüben. 

Beispiel 2:

Sie Arbeiten 20 Stunden in der Woche in Teilzeit in einem Unternehmen. Sie müssen nicht jeden Tag eine bestimmte Arbeitszeit erfüllen und können sich die 20 Stunden flexibel über die Woche verteilen. So können Sie zum Beispiel an zwei Tagen volle acht Stunden arbeiten und hätten dadurch bereits 16 Stunden von den 20 Arbeitsstunden in der Woche voll. Anschließend könnten Sie sich die restlichen Wochentage auf die Tätigkeit in Ihrem Minijob konzentrieren.

Erlaubnis vom Arbeitgeber für den Minijob nötig

Damit Sie neben Ihrem Hauptberuf eine Nebentätigkeit auf 450-Euro-Basis ausüben dürfen, benötigen Sie von Ihrem Arbeitgeber eine Erlaubnis. In der Regel darf dieser Ihnen die Nebentätigkeit nicht verbieten, insofern kein Grund vorliegt. Anders sieht es aus, wenn Sie einen Minijob bei einem Unternehmen ausüben, welches in direkter Konkurrenz zu Ihrem Hauptarbeitgeber steht.

Warum haben Arbeitnehmer zusätzlich einen 450 Euro-Job?

Einige Menschen schätzen es sehr, dass Sie neben Ihrer Teilzeitbeschäftigung noch einen Minijob ausüben. Immerhin können Sie dadurch Abwechslung und Flexibilität in ihren Arbeitsalltag bringen. Abwechslung und Branchenwechsel kann durch die zweigleisige Anstellung in Teilzeit und als Aushilfskraft möglich werden. 

Neben der Selbstbestimmung und Abwechslung im Job können Arbeitnehmer zusätzlich zum regulären Einkommen aus der Teilzeitbeschäftigung bis zu 450 Euro im Monat verdienen.