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Teilzeit in der Elternzeit: Regeln und Tipps für die Elternzeit

Teilzeit in der Elternzeit: Regeln und Tipps für die Elternzeit
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Tanja Tänzer am 05.03.2018

Kind oder Karriere? – Eine Frage die sich vor allem jungen Frauen noch immer stellt. Denn einerseits wollen sich frischgebackene Eltern nach der Geburt ihres Kindes oft möglichst intensiv und umfassend um ihren Nachwuchs kümmern können, andererseits haben Sie aber Angst davor, im Job den Anschluss zu verlieren. Schließlich belegen Untersuchungen, dass eine zu lange Auszeit vom Beruf ein echter Karrierekiller ist. Dabei räumt der Gesetzgeber jedem einen gesetzlichen Elternzeitanspruch von drei Jahren ein. Wer allerdings länger als ein Jahr daheimbleibt, ist – ganz radikal ausgedrückt – raus. Damit es Ihnen nicht so geht, bietet sich der berufliche Wiedereinstieg noch während der Elternzeit an – mit reduzierter Stundenzahl in Teilzeit. So können Sie Zeit mit Ihrer Familie verbringen und gleichzeitig im Job am Ball bleiben.

Diese 5 Regelungen müssen für die Teilzeit in der Elternzeit erfüllt sein

Geregelt wird die Teilzeit während der Elternzeit nicht etwa wie die Teilzeit aller übrigen Arbeitnehmer über das TzBfG, das „Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge“, sondern über das BEEG, das „Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz“. Darin sind die Konditionen und Bedingungen für Ihren Anspruch vermerkt, die sich in einigen Punkten jedoch mit denen der „normalen“ Teilzeit decken.

  1. Ihr Betrieb muss mehr als 15 Mitarbeiter zählen – Azubis nicht eingeschlossen.
  2. Sie müssen bereits seit mindestens sechs Monaten durchgehend im Unternehmen beschäftigt gewesen sein.
  3. Die wöchentlichen Arbeitsstunden müssen sich im Bereich zwischen 15 und 30 bewegen. Arbeiten Sie mehr als 30 Stunden, erlischt Ihr Anspruch auf Elternzeit, bei weniger als 15 der auf Teilzeitarbeit. Hier sei dazu gesagt, dass sich Ihre Wochenarbeitsstunden aus dem Monatsdurchschnitt ermitteln. Arbeiten Sie also beispielsweise eine Woche jeweils acht Stunden am Tag, haben die folgende Woche dafür dann aber komplett frei, ist das kein Problem.
  4. Die Laufzeit Ihrer Elternteilzeit muss mindestens zwei Monate umfassen, um die Organisation für den Betrieb zu erleichtern.
  5. Einen schriftlichen Antrag auf Teilzeit in der Elternzeit müssen Sie mindestens sieben Wochen vor dem gewünschten Beginn beim Arbeitgeber einreichen – wenn Sie Ihren Elternzeitanspruch in den ersten drei Lebensjahren Ihres Kindes geltend gemacht haben. Haben Sie zwischen dem dritten und achten Geburtstag Ihres Nachwuchses Elternzeit, müssen Sie Ihren Arbeitswunsch 13 Wochen vorher mitteilen.

Es macht übrigens keinen Unterschied, ob Sie vor der Elternzeit voll berufstätig waren oder auch da bereits nur reduzierte Stunden gearbeitet haben – so oder so steht Ihnen unter oben genannten Voraussetzungen die Elternteilzeit zu. Ablehnen kann Ihr Arbeitgeber Ihren Antrag, binnen vier Wochen, nur aus „dringenden betrieblichen Gründen“. Das heißt, Ihr Tätigwerden für das Unternehmen an sich muss die betrieblichen Abläufe stören, nicht die verringerte Arbeitszeit. Übersetzt bedeutet das: Das häufig in einer Ablehnung zu findende Argument „es handelt sich um eine Vollzeitstelle“ greift NICHT! Was hingegen ein berechtigter Grund für ein Nein zu Ihrem Teilzeitwunsch ist – wenn Ihr Arbeitgeber für die Dauer der von Ihnen angemeldeten Elternzeit eine befristete Vertretung eingestellt hat. Denn damit hat er für Ihre Arbeitskraft schlicht und einfach keinen Bedarf mehr.

Daher sollten Sie – wenn es für Sie infrage kommt – am besten noch während der Schwangerschaft mit Ihrem Chef reden und Ihre Bereitschaft zur Elternteilzeit signalisieren, am besten sogar gleich schriftlich regeln. Das gibt sowohl Ihnen als auch Ihrem Arbeitgeber Planungssicherheit. Die gibt es übrigens von vornherein beim Ende der geplanten Teilzeitarbeit. Die endet nämlich – wenn Sie nichts anderes vereinbart haben – zusammen mit der Elternzeit.

Kein Anspruch – was nun?

Ist der Betrieb in dem Sie arbeiten beispielsweise zu klein als das die Anforderungen für den Rechtsanspruch auf Elternteilzeit erfüllt wären, heißt das nicht automatisch, dass Sie keine Chance darauf haben. In diesem Fall sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber in Kontakt treten und mit diesem ganz offen über Ihre Wünsche sprechen. Am besten bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor, sodass Sie eventuelle Bedenken Ihres Chefs gleich zerstreuen können. Sagen Sie ihm, wie Sie sich mit weniger Stunden organisieren wollen, damit Sie Ihren Job trotzdem zuverlässig erledigt bekommen. Auch hier ist es am besten alles gleich schriftlich festzuhalten.

5 Tipps wie Sie ihren Arbeitgeber von der Elternteilzeit überzeugen

1. Gute Vorplanung

Überlegen Sie sich rechtzeitig und genau wie und in welchem Umfang Sie sich die Arbeit in der Elternzeit vorstellen können und wie Sie die notwendige Betreuung Ihres Kindes regeln. Sobald Sie sich darüber im Klaren sind, sollten Sie das direkte Gespräch mit Ihrem Chef suchen und alles besprechen. Dabei gilt wegen zuvor aufgeführter Gründe: Je früher Sie dran sind, desto besser!

2. Anspruch anmelden

Ihr Antrag muss schriftlich beim Arbeitgeber abgegeben werden. Zwingend erwähnt werden müssen:

  • der gewünschte Beginn der Teilzeit,
  • der Umfang der Wochenstunden
  • und – falls von der Elternzeit abweichend – das Ende der Teilzeit.

Zusätzlich können Sie gleich noch einen Vorschlag für die Stundenverteilung in Ihrem Antrag präsentieren.

3. Fristen wahren

Mit Ihrem Antrag müssen Sie unbedingt die oben genannten Fristen beachten: sieben Wochen bei Elternzeit zwischen Geburt und drittem Geburtstag, 13 Wochen bei Elternzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag.

4. Dem Arbeitgeber Zeit geben

Im Gegenzug müssen Sie Ihrem Arbeitgeber jetzt auch ein wenig Zeit einräumen, um Ihren Antrag zu prüfen. Binnen vier, bzw. acht Wochen nach Eingang kann dieser mit einer schriftlichen Begründung abgelehnt werden. Kommt keine Reaktion, können Sie wunschgemäß loslegen.

5. Juristische Hilfe in Anspruch nehmen

Sollte es tatsächlich zu einer Ablehnung kommen, sollten Sie diese juristisch prüfen lassen. Setzen Sie sich dann noch einmal mit dem Unternehmen in Verbindung und versuchen Sie die Sache zu klären. Finden Sie keine gemeinsame Lösung, bleibt Ihnen immer noch der Gang vors Arbeitsgericht. Diesen Schritt sollten Sie jedoch nur im äußersten Fall gehen, da er sich meist überaus negativ auf das Arbeitsverhältnis auswirkt.

Gut zu wissen

Hat Ihr eigener Arbeitgeber nicht die Möglichkeit Sie während der Elternzeit in Teilzeit zu beschäftigen, dürfen Sie auch woanders arbeiten gehen. Immer vorausgesetzt ist natürlich, Ihr Chef stimmt dem zu. In Absprache und mit Genehmigung dürfen Sie sich sowohl in einem anderen Unternehmen etwas Passendes suchen als auch selbstständig arbeiten.