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Wiedereinstieg nach Elternzeit: Tipps für Ihr berufliches Comeback!

Anastasia Johlen am 23.01.2020
ca. 1103 Worte
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Wiedereinstieg nach Elternzeit: Tipps für Ihr berufliches Comeback!
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Inhalt:
  1. Berufseinstieg nach Elternzeit: Nur ein Thema für Frauen?
  2. Tipp 1: Schieben Sie das Thema nicht vor sich her!
    1. Während der Schwangerschaft die Elternzeit planen
  3. Tipp 2: Entscheiden Sie sich für die Länge der Elternzeit!
    1. Welche Möglichkeiten des Wiedereinstiegs haben Sie?
  4. Tipp 3: Halten Sie den Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber
  5. Tipp 4: Stellen Sie die Kinderbetreuung vor dem beruflichen Wiedereinstieg!
    1. Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es für Kinder?
  6. Tipp 5: Beachten Sie die rechtlichen Vorgaben zum Wiedereinstieg nach Elternzeit
  7. Tipp 5: Binden Sie Ihren Partner bei der Wiedereingliederung ein!

Früher oder später heißt es für Eltern wieder „Hallo Berufsalltag“. Denn irgendwann geht auch die schönste Elternzeit zu Ende und die Familie ist auf das Einkommen angewiesen. Nach so einer langen Pause im Job ist es gar nicht so leicht wieder hineinzufinden. Vor allem herrschen jetzt andere Bedingungen als vor der Zeit als Eltern, schließlich wünschen sich Arbeitnehmer mit Kind(ern) familienfreundliche Kompromisse. Damit der Wiedereinstieg nach der Elternzeit gelingt, hier ein paar nützliche Tipps und Möglichkeiten Job und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Berufseinstieg nach Elternzeit: Nur ein Thema für Frauen?

Heutzutage sind es nicht nur die Frauen, die nach einer längeren Auszeit wieder in den Beruf und Joballtag finden müssen. Auch immer mehr Papas kommen in den Genuss der Elternzeit und teilen sich diese besondere Zeit mit ihrer Partnerin.
Trotzdem sind es generell die Frauen, die hierzulande nach einer Geburt deutlich länger vom Arbeitsplatz fernbleiben. Laut einer Umfrage nehmen sich nur 1 % der Frauen weniger als drei Monate Elternzeit, während rund ein Drittel der Männer diesen Zeitraum für eigene Elternzeit nutzen. Überwiegend bleiben Mütter zwischen sieben und zwölf Monaten in Elternzeit, wobei Väter diesen Zeitraum nur selten nutzen. (Quelle:statista.com)

Tipp 1: Schieben Sie das Thema nicht vor sich her!

Ihrem Arbeitgeber wird es klar sein, dass sie als Schwangere eine gewisse Zeit beruflich pausieren. Bereits durch das Mutterschutzgesetzt ist keine andere Lösung in Deutschland möglich. Eine schwangere Arbeitnehmerin bedeutet immer ein gewisser Arbeitsausfall für diese Angestellte.
Wie geht es nach dem Mutterschutz weiter? Das sollten Sie so früh wie möglich mit Ihrem Arbeitgeber besprechen. Bedenken Sie dabei auch, Ihren Antrag auf Elternzeit früh genug einzureichen, spätestens sieben Wochen vor Beginn der geplanten Elternzeit. Das bedeutet, dass Ihr Arbeitgeber spätestens eine Woche nach der Geburt Ihres Kindes wissen muss, wie lange Sie in Elternzeit gehen möchten.

Während der Schwangerschaft die Elternzeit planen

Am besten ist es, wenn Sie bereits während der Schwangerschaft Ihren Wiedereinstieg planen, denn so können Sie noch mehr zu Ihren Gunsten herausholen. Nach der Elternzeit, wenn Sie länger aus dem Job raus sind, läuft der Berufsalltag quasi auch ohne Sie und vielleicht werden dieVerhandlungen zu Ihren Gunsten dadurch schwieriger. Es besteht die Gefahr, dass Ihr Arbeitgeber nach der Elternzeit nicht mehr weiß, was er an Ihrer Tätigkeit zu schätzen wusste.

Tipp 2: Entscheiden Sie sich für die Länge der Elternzeit!

Reden Sie nicht um den heißen Brei herum und machen Sie Ihrem Chef keine falschen Hoffnungen. Sagen Sie ihm direkt, wie lange Sie gerne in Elternzeit gehen möchten. Insgesamt können Sie pro Kind bis zu drei Jahre Elternzeit nehmen, welche spätestens am Tag vor dem 8. Geburtstag des Kindes endet. Dabei können Sie den Beginn und das Ende Ihrer Elternzeit frei wählen.

Für die Mutter beginnt die Elternzeit nach dem Mutterschutz und für den Vater theoretisch direkt im Anschluss an die Geburt des Kindes. Ab dem 3. Geburtstag Ihres Kindes können Sie höchstens 24 Monate Elternzeit nehmen und weiterhin existieren für diesen Zeitpunkt Besonderheiten.

Wie Sie sehen, bleibt es Ihnen überlassen, wann Sie mit der Elternzeit beginnen. Für die frisch gebackene Mutter scheint es jedoch sinnvoll, die Elternzeit direkt im Anschluss an den
Mutterschutz anzutreten. Bedenken Sie jedoch, dass sie während der Elternzeit keinen Lohn erhalten, weshalb viele Eltern lediglich in der Elterngeldzeit die Elternzeit beanspruchen.

Welche Möglichkeiten des Wiedereinstiegs haben Sie?

Es gibt mehrere Varianten, wie Sie die Elternzeit nutzen können:

  • Nach acht Wochen Mutterschutz kehren Sie direkt in den Job zurück.
  • Sie kehren nach Ihrer Elternzeit zurück in den Job.
  • Während der Elternzeit können Sie einen beruflichen Neuanfang planen.

Tipp 3: Halten Sie den Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber

Kehren Sie erst nach mehren Monaten zurück in Ihren Job, fällt Ihnen der Einstieg in den Berufsalltag wohl schwerer, als wenn Sie direkt nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehen. Haben Sie mehre Monate Elternzeit, versuchen Sie trotzdem bei Ihrem Arbeitgeber präsent zu bleiben.
Vereinbaren Sie mit Ihren Kollegen oder Vorgesetzten Termine, damit Sie am Ball bleiben. Dank der modernen Technik ist dafür nicht zwingend ein persönliches Treffen möglich, auch regelmäßiger Austausch per E-Mail oder Videochat kann eine flexible und ortsunabhängige Variante sein.

Tipp 4: Stellen Sie die Kinderbetreuung vor dem beruflichen Wiedereinstieg!

Damit Sie wieder in Ihren Job einsteigen können, bedarf es einer Betreuung Ihres Nachwuchses. Bedenken Sie hierbei, dass es oftmals eine lange Warteliste für Kita- und Betreuungsplätze gibt. Deshalb ist es ratsam, sich früh genug um eine passende Betreuung zu kümmern. Hat man keine familiäre Unterstützung, kann es sich ohne Kitaplatz oder Tagesmutter als äußerst schwer erweisen, wieder in den Beruf einzusteigen.

Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es für Kinder?

  • Tagesmutter
  • Kinderkrippe
  • Kindergarten
  • Au-pair
  • Betreuung innerhalb der Familie
  • Eigene Betreuung im Home-Office

Finden Sie keine Betreuung für Ihr Kind, versuchen Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber zu einigen, ob eventuell eine andere Möglichkeit besteht. In einigen Branchen können die Tätigkeiten auch sehr gut von zu Hause ausgeführt werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Vorgesetzten, inwiefern die Arbeit im Home-Office möglich wäre.

Tipp 5: Beachten Sie die rechtlichen Vorgaben zum Wiedereinstieg nach Elternzeit

Viele Eltern fürchten sich vor dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit, viel zu groß ist die Angst vor einer Kündigung oder sonstigen Konsequenzen. Doch vergessen Sie nicht, dass es rechtliche Voraussetzungen für berufstätige Mütter gibt, an die sich Ihr Arbeitgeber halten muss.
Nach Ihrer Elternzeit muss Sie Ihr Arbeitgeber nicht zwingend in Ihrer alten Position einsetzen, jedoch muss er Ihnen zumindest eine gleichwertige Position anbieten. Ebenfalls dürfen aufgrund von der beruflichen Pause keine Abstriche in Sachen Bezahlung, Arbeitszeit und Qualifikationen gemacht werden. Waren Sie vor der Elternzeit in einer Führungsposition tätig? Dann steht Ihnen auch nach Ihrer Auszeit als Elternteil eine Führungstätigkeit zu.

Tipp 5: Binden Sie Ihren Partner bei der Wiedereingliederung ein!

Besprechen Sie den beruflichen Wiedereinstieg mit Ihrem Partner. Denn immerhin haben beide Verantwortungen für das Kind, weshalb Sie nicht nur mit Ihrem Arbeitgeber eine Einigung finden müssen, sondern auch mit Ihrem Partner. Oftmals stecken die Mütter beruflich zurück, weshalb Sie klar und deutlich mit Ihrem Ehemann oder Partner sprechen sollten. Am besten ist es, wen Sie gleich zu Beginn einen Zeitpunkt festlegen, wann Sie wieder beruflich an der Reihe sind.

Möchten Sie die Elternzeit in vollen Zügen genießen und länger als ein Jahr zu Hause bleiben, bedenken Sie die Fristen für das Elterngeld. Sprechen Sie mit Ihrem Partner über die finanzielle Situation und ob ein Berufsausstieg länger als ein Jahr umsetzbar wäre.

Im Grunde ist die richtige Planung das A & O für einen gelungenen Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Genauso wichtig ist eine frühzeitige Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber.  Umso früher Sie sich im Klaren sind, welchen Weg Sie gehen möchten, desto besser können Sie und Ihr Arbeitgeber sich auf die bevorstehende Elternzeit einstellen.